Dez 08

Tee in Japan – Ein Getränk mit langer Geschichte

In Japan verehrt man Tee sehr stark und das zeigt sich auch in diversen Sprichwörtern, etwa in der Aussage „Er hat Tee in sich“. Das besagt, dass ein Mensch künstlerisch besonders begabt ist oder sehr kreativ und schöngeistig ist. Auch die Lebenskunst, die Reinheit und Gelassenheit eines Menschen sowie die Einsicht in bestimmte Dinge werden mit diesem Sprichwort geehrt.

Tee in Japan seit 801 bekannt

Tee trinken im GartenDer erste Tee kam allerdings erst recht spät nach Japan. Man schrieb bereits das Jahr 801 n. Chr. Aus China hat man den Tee damals nach Japan geschmuggelt. Die Schmuggler waren die Mönche Saicho und Kukai. Sie haben die Teesamen nach Japan gebracht und damit den Grundstein für die bis heute anhaltende Erfolgsgeschichte des Tees gelegt.

Schon im 15. Jahrhundert kam dann auch der Begriff „Teeismus“ für die in Japan gefeierten Teezeremonien auf. Sie hatten sich bereits seit einiger Zeit herausgebildet. So wurde das Teetrinken in Japan regelrecht zelebriert und diese Tradition hat sich bis heute in Japan erhalten.

Nach Ansicht der Japaner sollen beim Teetrinken die Zustände von Reinheit, Stille, Harmonie und Ehrfurcht erreicht werden. Deshalb ist es auch immer noch wichtig, sich vor dem Teetrinken die Hände zu waschen. Dieses Reinigungsritual steht als Symbol dafür, dass der Staub und die Hektik des Alltags vor dem Teetrinken hinter sich gelassen werden.

Teezeremonie in Japan basiert auf Zen

Die bis heute bekannte Teezeremonie in Japan entwickelte sich einst aus den Zen-Klöstern heraus. Die Zen-Meister sahen in der richtigen Zubereitung eines guten Tees einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur Erleuchtung. Sie entschieden sich, konkrete Zeremonien einzuführen, um diesen Weg auch weiterhin zu beschreiten, so dass der „Teeweg“ entstand. Schon früh wurde dieser „Teeweg“ der Zen-Meister auch vom Adel aufgenommen. Dieser hielt die so gestaltete Teezeremonie damals für höchst modern.

Trotzdem gelang dem „Teeweg“ der endgültige Durchbruch erst im 16 Jahrhundert. Damals begann Toyotomi Hideyoshi, ein Shogun, Teezeremonien unter freiem Himmel abzuhalten. Bei jeder dieser Zeremonien kam und kommt es darauf an, dass klare und einfache Formen eingehalten werden. Diese Formen zogen sich weit über den „Teeweg“ hinaus, so dass sie immer häufiger in anderen Bereichen wieder gefunden wurden, etwa in der

  • Architektur, der
  • Gartenkunst oder dem
  • Design alltäglicher Gebrauchsgegenstände usw.

Wie der Schriftsteller Okakuro Kakuzo in seinem „Buch vom Tee“ 1906 beschrieb, war die japanische Verehrung von Tee nicht nur eine Religion, sondern eine echte Lebenskunst.

Teetransport in Japan nur auf gereinigten Straßen

So begann man im 17. Jahrhundert, den Tee in Uji, einem bis heute bekannten Spitzenanbaugebiet, zu kultivieren. Er sollte von dort nach Tokio transportiert werden, wofür die Straßen zuvor gründlich gereinigt werden mussten. Der Tee wurde damals in einer Urne transportiert, vor dieser knieten die Menschen auf dem gesamten Transportweg nieder.

Die strengen Teezeremonien wurden zu jener Zeit vom Adel ebenso durchgeführt, wie man Tee trank und dabei ausgelassene Festspiele veranstaltete. Ob zusammen baden, Instrumente spielen oder Teewettspiele durchführen – bei diesen Festspielen waren der Phantasie der Veranstalter kaum Grenzen gesetzt. Bei den Teewettspielen etwa mussten die Teilnehmer mehrere Tees verkosten und dann erraten, um welche Teesorte es sich dabei handelte und wo diese konkret angebaut wurde.

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